
D
as Revier ist „multikulti“, und das gastronomische Angebot ist es auch. Viele Menschen mit Migrationshintergrund, wie es korrektdeutsch heißt, arbeiten in der Gastronomie und besitzen ihr eigenes Lokal oder Restaurant. Italienische, iberische, türkische, griechische, arabische, russische, chinesische, thailändische, indische und polnische Küche trifft man in allen Städten des Ruhrgebiets. Das traditionelle deutsche Speiselokal ist auf dem Rückzug, neudeutsch mediterran ist angesagt oder gelegentlich auch bajuwarisch derb. Nichts ist unmöglich im Multikultiland.Und so trifft der Kulturhauptstadt-Tourist auch schon mal den Weißwurst oder Kraut essenden aus Spanien stammenden „Ruhrie“ oder den Stahlarbeitersohn, der das Crossover- Angebot italienisch-indischer Küche schätzt. Neue gastronomische Formen bestimmen das Bild in den szenigen Stadtvierteln wie dem Bochumer Bermuda3Eck, der Essener Rü, dem Duisburger Innenhafen oder der Dortmunder Kleppingstraße.
„Alles in einem“ ist das Motto der erfolgreichen Zeitgeist-Lokalitäten. Bistro, Kneipe, Club, Restaurant, Frühstückscafé und Cocktailbar – je nach Tageszeit und Gästebedürfnissen steht ein anderer Funktionsbereich im Vordergrund. „Alles ist möglich“ gilt sowohl für die Qualität, die Geschwindigkeit als auch für den Preis. Neben dem wachsenden Angebot an Schnellrestaurants und Imbissen, gibt es auf der anderen Seite die Spitzengastronomie, die ihren Preis hat. „Fast alles ist möglich“ gilt inzwischen auch für die Öffnungs- und Speisezeiten. Einige Gastronomen bieten gerade am Wochenende kleine Gerichte bis 5 Uhr morgens und Frühstück bis 15 Uhr an. Da bleibt nichts anderes übrig, als „Gute Nacht“ und „Guten Morgen“ in einem Atemzug zu sagen.






